ViaStoria-Ausflugstipp im Juli/August

Die eindrückliche Fahrstrasse im Gasterntal

 

 

Strecke | Selden (1550 m ü. M.) – Eggeschwand – Kandersteg (1170 m ü. M.)
Höhenunterschied | rund 400 m Abstieg
Schwierigkeit | problemlose Wanderung
Dauer | Marschzeit rund 2 ½ Std.
Karten | Landeskarte 1247 Adelboden, 1267 Gemmi  und 1268 Lötschenpass 1:25'000; Landeskarte 263 Wildstrubel und 264 Jungfrau 1:50'000
Verpflegung | Restaurants in Selden, Waldhaus und Kandersteg
An- und Abreise | SBB/BLS bis Kandersteg, Kleinbus bis Selden. Telefonische Platzreservation für den Kleinbus obligatorisch (Tel. 033 671 11 71).

Im Gasterntal, wo schon Ogi und Annan wanderten

An einem schönen Sommertag ist ein Ausflug ins Gasterntal genau das Richtige: Die grandiose Alpenlandschaft, die von der jungen Kander geprägt ist, sorgt für einen erfrischenden Rahmen. Von der Schönheit des Tales ist auch alt Bundesrat Adolf Ogi angetan, der schon etliche Gäste in dieses Naturparadies geführt hat, darunter Kofi Annan, den Generalsekretär der UNO.

 

Im kleinen Bus lassen wir uns von Kandersteg auf der schmalen, in den Fels gehauenen Schotterstrasse über die Steilstufe bei der Kander-Klus führen. Brüstungsmauern, Tunnels und Bogenbrücken dieser Strasse sind eindrückliche Werke aus dem 19. Jahrhundert. Nun blicken wir ins Gasterntal mit den senkrechten, vom Gletscher geschliffenen Flühen. Vorbei an zahlreichen Wasserfällen erreicht der Bus Selden – Endstation. Bis 1820 war das Gasterntal ganzjährig bewohnt. Einer jahrhundertealten Tradition folgend, wird noch heute eine kostbare Bibel aus dem Jahre 1690 jeweils vom ältesten Talbewohner gehütet.

Die Wanderung talauswärts folgt zuerst ein Stück der Schotterstrasse und dem alten Saumweg, auf dem früher viele Transitgüter über den Lötschenpass geführt wurden. Nach rund 1 1/2 km erreicht man den flachen Talboden mit seiner Auenlandschaft von nationaler Bedeutung, in der sich die Kander schon immer ihren Lauf selber gesucht hat. Nach dem Berghotel Waldhaus, das für seine Kerzenlichtromantik bekannt ist, beginnt bald der Abstieg durch die enge Klus, begleitet vom wilden Rauschen des Flusses. Bei Eggeschwand erreichen wir den Talboden, queren die Kander und folgen weiterhin ihren kühlenden Wassern bis ins Dorf zurück.

Guy Schneider, ViaStoria