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Forschungsprojekt «GIS-Dufour» |
Altstetten (ZH) auf der Dufourkarte Bl. 8,
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«GIS-Dufour»: Moderne Informationstechnologie für ein historisches Kartenwerk |
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Das Hauptziel des Projekts «GIS-Dufour» war die Entwicklung und funktionsbereite Einrichtung eines geografischen Informationssystems (GIS) auf der Basis von elektronisch aufbereiteten Dufourkarten (Erstausgabe 1845–1865 und Ausgabe um 1900). Die Dufourkarten als erste wissenschaftliche und landesweite Vermessung der Schweiz eignen sich für das Vorhaben nicht nur aufgrund ihres historischen Bezugs, sondern auch aufgrund ihres Massstabs von 1:100 000 und ihrer hohen Qualität. Sie wurden erst Mitte des 20. Jahrhunderts von den so genannten Landeskarten abgelöst, die weitergeführt heute elektronisch als VECTOR25- und VECTOR200-Produkte von swisstopo (Bundesamt für Landestopografie) angeboten werden.
Die Entwicklung des Verkehrsnetzes im Überblick Ein Hauptbestandteil des «GIS-Dufour» ist ein intermodales (Strasse, Schiene, Wasserwege) und mit Daten verknüpftes (Angebot/Nachfrage) Inventar des Verkehrssystems. Dazu wurden das Verkehrsangebot und die Verkehrsinfrastruktur in 20-Jahr-Schritten von 1750 bis 1910 digitalisiert beziehungsweise vektorisiert, mit Attributen charakterisiert und als Karten-Layer in das GIS integriert. Besondere Bedeutung kommt dabei der quellentechnisch anspruchsvollen Rekonstruktion und Erfassung des Strassennetzes zu, da bislang eine Aufarbeitung dieses zentralen Verkehrssektors für die Schweiz fehlte. Verknüpft mit weiteren Datenbanken, die im oben erwähnten Vorgängerprojekt erarbeitet wurden (z. B. Erreichbarkeitsdaten) oder bereits anderweitig vorhanden sind (z. B. Volkszählungsdaten zur Raumstruktur), entstand ein Instrument für die Verkehrs- und Raumforschung, das für Langzeitanalysen oder auch als Archiv- beziehungsweise Zugriffsmedium für beliebige raumrelevante Daten dienen kann.
Ein ausgewiesenes Bedürfnis der Forschung Ein Kernproblem der aktuellen (historischen) Verkehrs- und Raumforschung ist, dass zwar viele Datenbanken und Einzelstudien existieren, diese aber meist in mehrfacher Hinsicht isoliert sind: Es fehlt einerseits die Vernetzung zwischen historischen und aktuellen Daten, zwischen «Vergangenheit» und «Gegenwart» und andererseits die Vernetzung der Daten mit dem Raum und seiner Entwicklung, also mit der historischen Kartografie. Diese Defizite sind im «GIS-Dufour» durch die Verbindung historischer Kartenbestände aktuellen und historischen Rauminformationen aufgearbeitet.
Der «GIS Dufour» als Forschungsdienstleistung Gegenwärtig arbeiten wir daran, die Resultate des Nationalfondsprojektes in eine Forschungsdienstleistung zu überführen. In Zukunft wird es möglich sein, historische Raum- und Verkehrsananalysen für die Schweiz oder scheizerische Regionen durch das Projektteam ausführen oder begleiten zu lassen. |
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